Pfalz (oder back to the roots!)

Das Klettern in der Pfalz ist Abenteuer und Spaß, vereint an ein und denselben Felsen. Eine Mischung aus klassischen Trad-Routen, also Routen die zum Teil oder komplett mit Keilen, Friends, Camalots, usw. abzusichern sind, und Sportkletterlinien mit boulderlastigen Schlüsselstellen. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Plaisierwege in allen Schwierigkeitsgraden mit spektakulärer Aussicht. Der vielseitige Buntsandstein des Pfälzerwaldes bietet eine Vielzahl von Griffbildern. Waben, Löcher, Leisten, Sloper, Kiesel und Aufleger sind an nahezu allen Felsen zu finden. Wände gibt es von stark plattig bis steil überhängend. Je nach Fels und Jahreszeit kann die Gesteinsqualität von felsenfest bis sandig-weich variieren, weshalb man sich immer mit einem wachsamen Auge in der Vertikalen bewegen sollte. Dem Spaß tut das jedoch keinen ,,Abbruch“. Hehe!
Was die Bewertungen der Pfalz betrifft, so ist auf eine Besonderheit zu achten. Den Zusatz der ,,E" Bewertung. Diese reicht von E1 bis E3 und beschreibt die Ernsthaftigkeit einer Route. Sie sagt also zum einen aus wie weit die Abstände der Haken sind, falls vorhanden, und wie verzwickt es wird die fehlenden Haken durch mobile Sicherungsgeräte zu ersetzen. Seid ihr also im Umgang mit mobilen Sicherungsgeräten ungeübt, solltet ihr diese Touren zu Beginn eurer pfälzischen Kletterkarriere meiden. In Linien ohne E-Bewertung kommt es dennoch oft vor, dass die Hakenabstände gerade in leichten klassischen Wegen etwas länger sind als gewohnt. Versucht also immer etwas Hardware in den Standardgrößen dabei zu haben.

Einer der zentralen Orte des Gebietes ist das Bärenbrunner Tal. Umgeben von Felsen mit vielen schönen und auch klettergeschichtsträchtigen Routen, liegt am Ende des kleinen Tals der Bärenbrunnerhof. Eine zum Biobauernhof umgebaute Abtei mit eigenem Restaurant und einer für Kletterer zur Verfügung gestellten Wiese zum zelten. Nicht zu vergessen, einem der am besten sortierten Klettershops überhaupt. Der ,,Bärenhöhle“. Was ihr dort nicht findet, braucht man zum Klettern auch nicht. Dort bekommt ihr außerdem Infos über aktuelle Felssperrungen (Vogelschutz) und was es sonst noch über das Gebiet zu wissen gibt.

Das Thema NATURSCHUTZ wird im Pfälzerwald groß geschrieben. Ihr solltet euch also vor eurem ersten Besuch über die geltenden Bestimmungen informieren. Eine der besten Adressen dafür ist die Internetseite der Vereinigung der Pfälzer-Kletterer.

Fakten

  • Entfernung: ca. 85 km
  • Anzahl der Felsen: ca. 220 Türme und Felsmassive
  • Wand Höhe: bis über 60 m
  • Schwierigkeitsgrad: 1 - 11

 Regeln in der Pfalz

  • Respektiert die Natur. Fels, Flora und Fauna kommen an erster Stelle!
  • Das nutzen von Magnesia ist erst ab dem Grad 7+ erlaubt. (Macht stark)
  • Übermäßiges einweißen sowie das setzen von Markierungen mit Magnesia sollte vermieden werden. (Nach dem klettern die Griffe abbürsten)
  • Müll mitnehmen!

 Empfehlungen

  • Der Schafsfelsen ist eine gute Adresse für alle, die es erst einmal langsam angehen wollen. Viele Routen vom 2. bis 5. Grad.
  • Der Bruchweiler Geierstein mit ca. 50 Roten bis zum 10. Grad. Unter anderem die von Wolfgang Güllich selbst, als ,,die großartigste und eleganteste Felsroute der Pfalz" bezeichnete ,,Superlative" im Grad 8 E1.
  • Im Bärenbrunner Tal gibt es für jeden das Richtige. Von der ,, Alten Route" 4 E1 und dem Ultraklassiker ,, Jubiläumsriss" 7-. Der ,,Dritten Rampe" 5 am Pferchfeldfelsen oder der ,,Klosterwand" 6+ über drei Seillängen am Klosterfels. Diese und ca. 140 andere Routen sind in kurzer Zeit vom Bärenbrunnerhof zu Fuß erreichbar.
Führer in unserer Bücherei
  • Pfalz - Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes (ISBN 978-3956110030)